Smart City Magazin

Rund 45 % der Siedlungs- und Verkehrsflächen in Deutschland sind vollständig versiegelt – Regenwasser kann nicht versickern und überlastet bei Extremwetter schnell die Kanalisation. Die Folgen können lebensgefährlich sein.
Wiesbaden will genauer verstehen, wie Menschen das Fahrrad im Alltag nutzen – und setzt dabei auf Daten. Mit dem Projekt „Brückenschlag Mainz-Wiesbaden“ werden 2026 erstmals die Fahrradbewegungen über drei wichtige Rheinquerungen systematisch erfasst. Ziel ist es, ein besseres Bild vom Radverkehr zwischen Wiesbaden und Mainz zu bekommen und daraus konkrete Maßnahmen für die Verkehrswende abzuleiten. 
Honigbienen könnten künftig nicht nur für Honig und Bestäubung wichtig sein, sondern auch wertvolle Informationen über Umwelt, Klima und Artenvielfalt liefern. Genau das untersucht ein Smart-City-Forschungsprojekt der Stadt Mönchengladbach gemeinsam mit der Fachhochschule Südwestfalen.
Das Taisugar Circular Village (TCV) im taiwanesischen Tainan zeigt, wie Wohnquartiere nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft neu gedacht werden können. Das Projekt des Architekturbüros Bio-architecture Formosanaentstand als Teil der Shalun Smart Green Energy Science City und verbindet nachhaltiges Bauen, erneuerbare Energie, gemeinschaftliches Leben und urbane Lebensmittelproduktion. 
Deutschlands Brücken sind marode. Immer wieder treten plötzlich Schäden auf, die lange Sperrungen nach sich ziehen – wie aktuell in Bonn und Umgebung. Neue Projekte setzen deshalb auf eine ungewöhnliche Idee: Brücken sollen künftig nicht erst repariert werden, wenn sie sichtbar kaputt sind – sie sollen mithilfe von Sensoren und künstlicher Intelligenz selbst Hinweise auf ihren Zustand liefern.
Seit 1. Juni 2026 können z.B. Nachbarn oder Mitglieder einer Energiegemeinschaft gemeinsam von einer Photovoltaikanlage profitieren, ohne dass sie physisch an dieselbe Anlage angeschlossen sein müssen. Der Strom wird über das öffentliche Netz verteilt, aber rechnerisch zwischen den Beteiligten aufgeteilt.
Wie können Städte ihre Wärmeversorgung klimafreundlich gestalten und gleichzeitig die Auswirkungen des Klimawandels besser steuern? Die Technische Hochschule Lübeck entwickelt dafür ein umfassendes Forschungs- und Demonstrationsmodell, das Umwelt, Energie und Digitalisierung miteinander verbindet.
Künstliche Intelligenz könnte künftig eine wichtige Rolle beim Schutz und der Wiederaufforstung von Wäldern spielen. Moderne Systeme analysieren dafür große Mengen an Daten aus Satellitenbildern, Sensoren und Drohnenaufnahmen, um Schäden durch Trockenheit, Schädlingsbefall oder Brände frühzeitig zu erkennen. So lassen sich gefährdete Waldflächen schneller identifizieren und gezielter überwachen.
Moos galt lange als unerwünschter Bewuchs auf Fassaden und Dächern. Inzwischen rückt die Pflanze jedoch zunehmend in den Fokus nachhaltiger Architektur und moderner Gebäudetechnik. Forschungsprojekte und Start-ups zeigen, dass Moose weit mehr können als nur „grün aussehen“: Sie verbessern das Mikroklima, filtern Schadstoffe, speichern Wasser und helfen dabei, Gebäude gegen Hitze zu schützen. 
In Köln wurde am Studienhaus der Volkshochschule eine neuartige Textilfassade installiert, die Luftschadstoffe filtert und damit die Luftqualität verbessern soll. Sie besteht aus recycelten PET-Flaschen und ist mit Nano-Titanoxid beschichtet.
Volle Innenstädte, volle Bahnen, volle Parkhäuser: Es ist nicht immer schön, in den Innenstädten zu verweilen. Das Kölner Startup dataMatters hat das Konzept Smart City Live entwickelt, um Innenstädte attraktiver zu machen und den Einzelhandel zu stärken.
Das Fraunhofer Cluster of Excellence Cognitive Internet Technologies (CCIT) hat Schrauben mit integriertem Funkmodul entwickelt, die ihren eigenen Zustand durchgeben können.
In Hürth wird ein KI-gesteuertes Müll-Abholungs-System getestet: Öffentliche Mülleimer sind mit Sensoren ausgestattet, um in Echtzeit den Füllstand anzuzeigen. So kann die Abfuhr optimal geplant und gesteuert werden.
Beim Projekt Solar Gate der Universitäten Freiburg und Stuttgart wird die Gebäudeverschattung mit dem Vorbild von Kiefernzapfen erforscht. So können Gebäude ohne Energieaufwand gekühlt und beschattet werden. Zum Einsatz kommen hier Schuppen aus dem 3D-Drucker, die sich je nach Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit verformen, ohne dass ein Motor oder eine Mechanik benötigt wird.
Um die Energiewende voranzutreiben, muss mehr Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugt werden. Diese benötigen allerdings auch viel Platz: Nicht jedes Dach zum Beispiel ist für eine Photovoltaik-Anlage vorbereitet.In Frankreich ist jetzt ein Gesetz in Kraft getreten, das nicht nur für das Platzproblem eine Lösung schafft: Dort müssen von Sommer 2024 an Parkplätze und Parkhäuser mit mehr als 80 Stellplätzen mit einem Photovoltaik-Dach ausgerüstet werden. So sollen auf Dauer 11 Gigawatt Strom erzeugt werden, das entspricht der Leistung von etwa 10 Atomkraftwerken. Über die Solaranlage können die Autos natürlich auch geladen werden – ein weiterer Anreiz, von Verbrennern auf E-Autos
Die Diskussion über Wärmepumpen in Deutschland wurde in den letzten Jahren kontrovers geführt. In Finnland dagegen wird in großen Dimensionen geplant: Helsinki erhält ab dem Winter 2026/2027 eine Wärmepumpe, die 30.000 Haushalte mit Wärme versorgen kann. Wie die haushaltsüblichen Wärmepumpen wird die Wärme aus der Umgebungsluft und – hier dank der Küstenlage – dem Wasser gezogen. Im dänischen Esbjerg läuft eine Anlage für 25.000 Haushalte bereits seit 2021 erfolgreich mit einer Heizleistung von 50MW. In Helsinki soll die Anlage auch bei extremen Temperaturen weit unter null Grad Wärme erzeugen und laut Hersteller jährlich 26.000 Tonnen CO2 einsparen. Zum Vergleich:
Das Projekt Urban Zero plant, den Duisburger Stadtteil Ruhrort bis 2029 umweltneutral zu gestalten. Der Begriff der Klimaneutralität ist allgemein bekannt – aber Umweltneutralität? Laut Urban Zero geht Umweltneutralität weit über Klimaneutralität hinaus und umfasst auch Themen wie Sicherung der Biodiversität sowie den Schutz der Böden und Gewässer. Das Ziel sei es, „in Balance mit der Umwelt zu agieren und damit nicht nur die Umweltbilanz der Kommune positiv zu verändern, sondern auch das Leben der Bürgerinnen und Bürger vor Ort zu verbessern.“ Wenn dies gelingt, wäre Duisburg Ruhrort weltweit der erste umweltneutrale Stadtteil. Dieses ambitionierte Ziel kann nur in
Kölner Clubs haben sich zusammengeschlossen, um auch beim Feiern Nachhaltigkeit einzuführen. Schon kleine Änderungen können hier erstaunliche Ergebnisse erzielen.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat einen Atlas entwickelt, bei dem über aktuelle Luftbilder von Flugzeugen und Satelliten berechnet werden kann, welche Solaranlagen auf welchem Dach welchen Effekt hätten.
An der Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen der Universität Wuppertal wurde der weltweit einzige Pavement-Scanner entwickelt: In einem Lastwagen sind Messinstrumente integriert, die bei einer normalen Überfahrt den Straßenzustand sowie die Straßensubstanz messen und beurteilen können.