Honigbienen als Bio-Sensoren

Honigbienen könnten künftig nicht nur für Honig und Bestäubung wichtig sein, sondern auch wertvolle Informationen über Umwelt, Klima und Artenvielfalt liefern. Genau das untersucht ein Smart-City-Forschungsprojekt der Stadt Mönchengladbach gemeinsam mit der Fachhochschule Südwestfalen. Ziel ist es herauszufinden, ob Bienen als natürliche „Bio-Sensoren“ genutzt werden können, um lokale Wetterereignisse besser zu erkennen und die Biodiversität in der Stadt zu messen. 

Eine zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich mit Starkregenereignissen. Bienen reagieren sehr sensibel auf Veränderungen ihrer Umwelt: Bei Regen, starkem Wind oder ungünstigen Bedingungen reduzieren sie ihre Flugaktivität und kehren in den Bienenstock zurück. Die Forschenden untersuchen deshalb, ob sich aus dem Flugverhalten und dem Summen der Tiere Hinweise auf bevorstehende Wetterereignisse ableiten lassen. Gerade bei lokal begrenztem Starkregen könnten solche zusätzlichen Daten helfen, Warnungen genauer zu machen. 

Dafür wurden mehrere Bienenvölker an verschiedenen Standorten in Mönchengladbach aufgestellt und mit moderner Messtechnik ausgestattet. Sensoren erfassen unter anderem die Lautstärke im Bienenstock, das Gewicht der Beute sowie Wetterdaten aus der direkten Umgebung. Die Gewichtsmessung gibt Hinweise darauf, wie viel Nektar die Bienen eintragen – und damit auch darauf, wie aktiv die Tiere sind und wie gut die Bedingungen für Pflanzen und Bestäuber sind. Die Daten werden digital gesammelt und können für die weitere Analyse genutzt werden. 

Ein zweiter Schwerpunkt des Projekts ist die Erfassung der Pflanzenvielfalt. Bienen sammeln Pollen in einem Umkreis von mehreren Kilometern rund um ihren Stock. Durch die Analyse dieser Pollenproben wollen die Forschenden herausfinden, ob sich daraus Rückschlüsse auf die vorhandene Artenvielfalt ziehen lassen. So könnten Städte künftig besser erkennen, wo Grünflächen aufgewertet oder neue Blühangebote geschaffen werden sollten. 

Auch die Bevölkerung wird eingebunden: Über die Pflanzenbestimmungs-App Flora Incognita können Bürgerinnen und Bürger Pflanzen in ihrer Umgebung erfassen und die Daten mit dem Projekt teilen. Dadurch entsteht ein ergänzendes Bild der städtischen Flora, das mit den Ergebnissen der Pollenanalysen verglichen werden kann. Der Ansatz verbindet damit moderne Sensortechnik, Forschung und Bürgerbeteiligung. 

Das Projekt zeigt, wie Smart City nicht nur mit digitalen Geräten und Infrastruktur funktioniert, sondern auch mit natürlichen Systemen. Die Bienen selbst werden dabei zu kleinen Umweltmessstationen, die helfen könnten, Städte klimaresilienter und nachhaltiger zu planen. Noch befindet sich das Vorhaben in der Forschungsphase – langfristig könnte daraus jedoch ein neues Werkzeug für Umweltmonitoring und Stadtentwicklung entstehen. 

Quellen:
https://www.moenchengladbach.de/de/blog/vitusblog/bienen-als-bio-sensoren
https://www.moenchengladbach.de/de/smartcity/erste-projekte/forschungsprojekt-honigbienen-als-datenquelle

Mithilfe von KI erstellt

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