Textilfassade filtert Schadstoffe

Verkehrsschild mit Ausrufezeichen und "Abgase" Beschriftung auf hellem Hintergrund, Smart City Guide Logo

In Köln wurde am Studienhaus der Volkshochschule eine neuartige Textilfassade installiert, die Luftschadstoffe filtert und damit die Luftqualität verbessern soll. Sie besteht aus recycelten PET-Flaschen und ist mit Nano-Titanoxid beschichtet. Unter Sonneneinstrahlung wirkt die Oberfläche photokatalytisch: Stickoxide aus der Luft werden gebunden und durch Regen in Form unschädlicher Salze abgewaschen. Neben der Schadstoffreduktion hat die Fassade auch einen positiven Effekt auf das Gebäude, da sie die Betonwand dahinter kühlt und so zur Verringerung von Hitzeinseln im städtischen Raum beiträgt. Erste Messergebnisse zeigen, dass die Fassade im Monatsmittel rund 30 Prozent der Stickoxidbelastung reduziert, wobei Spitzenwerte sogar darüber lagen. Installiert wurde sie an der Nordwand des Gebäudes an der Cäcilienstraße, einem Bereich mit hohem Verkehrsaufkommen und einer typischen Straßenschlucht-Situation. Obwohl diese Wand weniger Sonnenlicht erhält, sind die Ergebnisse bereits beachtlich, sodass an sonnigeren Standorten ein noch größeres Potenzial erwartet wird. Die rund 320 Quadratmeter große Fassade wurde aus etwa 4.400 recycelten PET-Flaschen gefertigt, die Kosten lagen bei etwa 400.000 Euro. Finanziert und umgesetzt wurde das Projekt gemeinsam von der Stadt Köln, der Firma Schüco, der Stiftung „Lebendige Stadt“ und dem Forschungszentrum Jülich. Der Messzeitraum läuft bis Ende des Jahres, danach sollen die Endergebnisse ausgewertet werden. Perspektivisch gibt es Überlegungen, solche Textilfassaden mit Begrünungen zu kombinieren, wobei Regenwasser nicht nur Schadstoffe abspülen, sondern gleichzeitig Pflanzen bewässern könnte. Dadurch ließen sich ökologische, gestalterische und gesundheitliche Vorteile miteinander verbinden.

Quelle:

https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/textilfassade-koeln-filtert-schadstoffe-luft-100.html

Weitere Beiträge

Der Digitaltag 2024 findet nicht nur am 7. Juni mit einem Vortragsprogramm im Livestream statt, sondern auch vom 1. bis 9. Juni mit vielfältigen Aktionen in ganz Deutschland.
Das Taisugar Circular Village (TCV) im taiwanesischen Tainan zeigt, wie Wohnquartiere nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft neu gedacht werden können. Das Projekt des Architekturbüros Bio-architecture Formosanaentstand als Teil der Shalun Smart Green Energy Science City und verbindet nachhaltiges Bauen, erneuerbare Energie, gemeinschaftliches Leben und urbane Lebensmittelproduktion. 
Wie gestalten wir unsere Veedel klimaneutral? Mit welchen Innovationen verringern wir die CO2-Emissionen im Quartier? Was können die einzelnen Bürger beitragen? Diese und mehr Fragen werden auf der SmartCity Cologne Konferenz 2024 besprochen unter dem diesjährigen Motto „Dein Köln, Deine Zukunft: Mach mit beim klimaneutralen Veedel von morgen!“ Wir sind live dabei und berichten in den nächsten Tagen!